27
Dec 2019

Quo Vadis Wochenblatt – ein lokales Printmedium im Wandel

Anzeigenblätter fühlen sich in deutschen Briefkästen wohl. Als beliebtes Medium für den stationären B2C Handel und lokale Dienstleistungen widerstand das Medium lange den parallelen rückläufigen Auflagentrend bei den regionalen Tageszeitungen und konnte mit lokalen und sublokalen Content, hoher Qualität in der Zustellung und einer starken Push-Wirkung punkten. Doch dem Medienwandel müssen sich nun auch die Wochenblatttitel stellen.

Anzeigenblätter und Wochenblätter die nicht mehr erscheinen

Was fällt beim Betrachten des Artikelbildes auf? Vermeidlich bekannte Anzeigenblatttitel die jedoch teilweise schon vor längerem, teilweise erst vor kurzem die Erscheinung eingestellt haben. Als Mediaplaner stolpert man in der letzten Zeit immer häufiger über Meldungen, dass aus Kostengründen (Druck, Papier, Zustellung) oder aufgrund der sich verändernden Werbeausgaben der Kunden Titel meist mit recht kurzfristigem Vorlauf eingestellt werden.

Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Anzeigenblätter in Deutschland

2019 gibt es laut dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter bundesweit 400 Verlage, die insgesamt 1267 Anzeigenblatt-Titel herausgeben1. Eine erstaunlich hohe Zahl, schaut man jedoch nur wenige Jahre in die Vergangenheit so waren es 2013 noch 473 Verlage mit 1435 Titeln2.

Der schleichende Rückgang von klassischen Anzeigenblättern mit dem Erscheinungstermin in der Wochenmitte mittwochs oder donnerstags macht dabei einen großen Teil dieser Entwicklung aus. Erschienen beispielsweise 2013 noch 63% der Titel in der so definierten Wochenmitte, waren es in 2019 nur noch 58%. Für 2020 zeigt sich eine Beschleunigung dieser Entwicklung, da bereits mehrere Verlage zum Jahreswechsel eine Verschiebung von Titeln3 von der Wochenmitte auf das Wochenende bzw. eine Titeleinstellung dem Handel und den Agenturen angekündigt haben.

Schaut man in das Nachbarland Schweiz, so zeigt sich eine ähnliche Entwicklung im Bereich der Zustellung von Prospektbeilagen. Ab Januar 2020 bietet die Direct Mail Company nur noch eine anstatt wie bisher zwei Zustellungen pro Woche in der Schweiz an4. Damit reagierte das Unternehmen auf den nach eigenen Angaben ruckläufigen Printmedienmarkt mit der Fokussierung auf einen Tag pro Woche.

Liegt die Zukunft im Wochenende?

Auf Basis dieser Daten lässt sich ein erster Blick in die Zukunft wagen in dem sich ein Bild abzeichnet mit einer Konzentration von Titeln und wöchentlicher Zustellung in Deutschland auf einen Bereich von Freitag bis zum Sonntag mit noch starken – allerdings nicht mehr bundesweit flächendeckend verfügbaren – klassischen Wochenblättern in der Wochenmitte. Gerade für Unternehmen, die den Werbeanstoß für einen Hauptverkaufstag zum Wochenende hin benötigen, stellt sich die Herausforderung, diese Veränderung in Ihre zukünftige Mediaplanung mit einzubeziehen.

Quellen:

1.https://www.bvda.de/fileadmin/bvda2018/content/Markt___Media/Studien___Publikationen/BVDA_Daten_und_Fakten_2019.pdf Abgerufen 27.12 2019

2.https://www.bvda.de/fileadmin/bvda/content/downloads/publikationen/D_F/Daten___Fakten_2013.pdf Abgerufen 27.12 2019

3.https://www.wochenblatt-online.de/nachrichten/ravensburg/wir-kommen-samstag-zeit-zum-lesen-und-schmoekern-am-wochenende Abgerufen 27.12 2019

4.https://www.nzz.ch/wirtschaft/den-vertraegern-von-prospekten-droht-die-arbeit-auszugehen-ld.1499967 Abgerufen 27.12 2019

 

 



 
 
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