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19. Juni 2026

Dönerflation: Die Daten hinter dem Trend

Sebastian Mitter
19. Juni 2026
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Dönerflation: Die Daten hinter dem Trend

Eine prospega Datenanalyse zu Mustern und Besonderheiten in der Dönerpreisentwicklung in Deutschland

Dönerflation: Die Daten hinter dem Trend

Eine prospega Datenanalyse zu Mustern und Besonderheiten in der Dönerpreisentwicklung in Deutschland
prospega: Blog - Dönerpreis 2007 vs. 2025 - Döneratlas

Gera­de kommt man am Döner nicht vor­bei. Der Döner­at­las geht durch die Medi­en – eine com­mu­ni­ty-getrie­be­ne Kar­te, die Dönerprei­se in über 1.000 Städ­ten erfasst –, der Dönerpreis ist zum klei­nen Poli­ti­kum gewor­den, und plötz­lich dis­ku­tiert das hal­be Land über die Fra­ge, was ein Döner eigent­lich kos­ten darf. Was dabei fast unter­geht: Eine frühe räum­li­che Aus­wer­tung des deut­schen Döner­markts gab es schon vor 18 Jah­ren. Ich habe damals die Aus­wer­tung und Ein­ord­nung beigesteuert.

 

„Mich hat schon immer fas­zi­niert, wie Daten Geschich­ten erzäh­len kön­nen – beson­ders dann, wenn man sie auf einer Kar­te sicht­bar macht. Als wir 2007 die Prei­se von rund 5.000 Döner­lä­den ana­ly­sier­ten, ging es nie nur um den Döner. Es ging dar­um zu ver­ste­hen, wie sich Mus­ter, Unter­schie­de und Zusam­men­hän­ge in Daten zei­gen las­sen, wenn man genau hin­schaut. Gera­de The­men aus dem All­tag eig­nen sich dafür beson­ders gut: Sie sind jedem ver­traut und machen kom­ple­xe Ana­ly­sen sofort greif­bar. Die­se Neu­gier treibt uns bei pro­s­pe­ga bis heu­te an. Als wir die his­to­ri­schen Daten wie­der­ent­deck­ten, war die Fra­ge des­halb nahe­lie­gend: Was wür­de die­sel­be Ana­ly­se fast zwei Jahr­zehn­te spä­ter zei­gen? Man­che Daten­sät­ze ver­die­nen eben eine zwei­te Geschichte.“

— Sebas­ti­an Mit­ter, CMO prospega

2007: ein frühes Dönerpreisgefälle der Republik

Im Früh­jahr 2007 wur­de bei open­PR eine deutsch­land­wei­te Ana­ly­se der Dönerprei­se auf Basis von rund 5.000 Döner­lä­den ver­öf­fent­licht. Die Daten kamen aus der Com­mu­ni­ty von Doener365, die Kar­ten­vi­sua­li­sie­rung und Aus­wer­tung wur­de von der Map­Chart GmbH durch­ge­führt. Die Initia­ti­ve hier­zu und redak­tio­nel­le Auf­be­rei­tung ver­ant­wor­te­te Sebas­ti­an Mit­ter, heu­te CMO der pro­s­pe­ga GmbH.

Das Ergeb­nis war ein­deu­tig: ein West-Ost-Gefäl­le. Im Wes­ten zahl­te man im Schnitt 3,01 € für die Fleisch­ta­sche, im Osten 2,61 €. Am günstigsten aßen die Ber­li­ner (2,25 €), am teu­ers­ten die Schles­wig-Hol­stei­ner (3,23 €). Wir sind damals sogar wei­ter gegan­gen: Es gab einen Zufrie­den­heits­in­dex (den „DOEX”) – und sie­he da, im Osten war man mit sei­nem Döner ein biss­chen zufrie­de­ner. Und wir haben die Döner­dich­te gemes­sen. Spit­zen­rei­ter: Mann­heim, gefolgt von Flens­burg, Kiel und Heidelberg.

Damals war das eine Aus­wer­tung am Ran­de. Heu­te liest sie sich fast wie ein his­to­ri­sches Dokument.

prospega: Blog - Dönerpreis 2007 vs. 2025 - Doener365

www.openpr.de

Blick in die Gegenwart – Einordnung der heutigen Preise

Als der Döner­at­las im Juni 2026 durch die Time­lines lief, haben wir die alten Zah­len wie­der gesich­tet und mit heu­ti­gen Ver­gleichs­wer­ten gespie­gelt. Zwei Din­ge sind dabei her­aus­ge­kom­men.

Ers­tens: der Preis­sprung. Ein Döner kos­tet heu­te im bun­des­wei­ten Schnitt 7,11 €rund 2,5‑mal so viel wie 2007, ein Plus von 152 %. Zum Ein­ord­nen: Die all­ge­mei­ne Ver­brau­cher­preis-Infla­ti­on lag im sel­ben Zeit­raum bei rund +44 % (Desta­tis-Ver­brau­cher­preis­in­dex, Basis 2020 = 100: 84,7 im Jahr 2007 gegenüber 121,9 im Jahr 2025). Der Döner ist also mehr als drei­mal so schnell gestie­gen wie die all­ge­mei­ne Teue­rung. Wer den Döner als All­tags-Infla­ti­ons­in­di­ka­tor nimmt, liegt gar nicht so falsch.

Zwei­tens – und das ist der eigent­li­che Clou: Das West-Ost-Gefäl­le von 2007 hat sich fast ein­ge­eb­net. Schaut man, wer pro­zen­tu­al am stärks­ten zuge­legt hat, sind es aus­ge­rech­net die 2007 günstigsten Regio­nen: Ber­lin +215 %, Sach­sen-Anhalt +189 %, Bran­den­burg +177 %, Meck­len­burg-Vor­pom­mern +176 %. Und das 2007 teu­ers­te Land, Schles­wig-Hol­stein? Leg­te mit +111 % am wenigs­ten zu. Der Osten hat auf­ge­holt. Aus dem kla­ren Gefäl­le von damals ist ein weit­ge­hend nivel­lier­tes Bild gewor­den – am teu­ers­ten ist heu­te übrigens das Saar­land (8,36 €).

Wie genau ist das alles?

Ehr­lich gesagt: nicht labor­rein. Die Zah­len stam­men aus unter­schied­li­chen Erhe­bun­gen. 2007 basie­ren sie auf der dama­li­gen open­PR-/Com­mu­ni­ty-Aus­wer­tung, die heu­ti­gen Bun­des­land­wer­te auf dem bun­des­wei­ten You­Gov-Schnitt 2025, ergänzt um das regio­na­le Mus­ter aus aktu­el­len Döner­at­las-Daten. Ein per­fek­ter Eins-zu-eins-Ver­gleich ist das nicht – aber die Rich­tung ist über jeden Zwei­fel erhaben.

Vom Imbissklassiker zum Preisindikator

2007 war der Döner ein günstiger, ehr­li­cher Imbiss­klas­si­ker. Heu­te ist er ein Sym­bol für stei­gen­de All­tags­prei­se. Genau des­halb lohnt sich der Blick zurück: Er macht sicht­bar, wie stark sich ein all­täg­li­cher Preis über 18 Jah­re ver­än­dert hat. Und der Döner­at­las? Schö­ne Sache.

Was zahlt ihr gera­de für euren Döner?

*Daten­quel­len: open­PR-Aus­wer­tung „Ers­te räum­li­che Ana­ly­se zum Döner­markt in Deutsch­land” (Doener365 & Map­Chart GmbH, ~5.000 Läden, Frühjahr 2007); You­Gov-Bun­des­schnitt 2025 (Döner mit Fleisch, via ZDFheu­te); regio­na­le Ver­tei­lung nach Döner­at­las-Stadt­ag­gre­ga­ti­on (doeneratlas.de, Abruf Juni 2026); Infla­ti­on: Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt, Ver­brau­cher­preis­in­dex. Unter­schied­li­che Erhe­bungs­me­tho­den – Ver­gleich rich­tungs­wei­send, nicht exakt.*
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